Als wäre ich nie weg gewesen
Vor zwei Wochen habe ich mich auf den Weg gemacht, auf den mich meine Hunde nicht begleiten konnten. Ich habe meine Sachen gepackt, um mit dem Fahrrad aus der Schweiz, über Frankreich, gefolgt von der UK Irland zu erreichen. Mit Hunden wäre diese Reise so nicht möglich gewesen. Dementsprechend musste ich sie zurücklassen. Für viele ein NO-GO und für mich eine absolute Notwendigkeit.
Mit Hunden zusammenzuleben heißt nun mal nicht, alles mit dem Hund zu machen. Ich meine, was ist das für eine Vorstellung von Beziehung, wenn man sich zwanghaft an jemanden bindet und nichts mehr alleine machen kann. Für viele scheint mir das fast schon traurige Realität zu sein. Man geht morgens mit dem Hund raus, dann zur Arbeit und sobald man zu Hause ist, geht es wieder um den Hund. Verfolgt wird man immer vom schlechten Gewissen, ob man dem Hund so gerecht wird. Irgendwie schon komisch, so ein Leben mit einem Hund leben zu wollen. Aber für 90% der Menschen scheint das genau so zu sein. Wer sollte sich denn heute auch einen Hund leisten können, ohne zu arbeiten. Ich weiß noch genau, dass sich mein Wunsch, meine Arbeit zu machen daraus ergeben hat, dass ich mit meinen Hunden zusammen leben möchte. Eigentlich mache ich das doch alles nur wegen denen. Genau das denke ich mir, während Neila gerade neben mir schläft und ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.
Und dennoch waren sie zwei Wochen nicht mit mir zusammen. Was würden wohl eure Hunde machen, wenn sie euch dann wieder sehen? Naja, so ehrlich muss man sein. Für eine Nacht hatte ich sie schon bei mir. Ich habe mich in Frankreich noch einmal mit Melanie getroffen und zwei Nächte bei ihnen im Camper übernachtet, bis ich dann die Fähre genommen habe. An diesen zwei Tagen habe ich mich allerdings nicht um meine Hund gekümmert. Wir sind zwar zum Strand gegangen, aber ich habe mich mehr auf mich selbst konzentriert und auf die Fahrt die hinter mir lag und jene, die ich noch vor mir haben würde.
Doch nach den zwei Wochen war das ganz anders. Denn die Bikepacking Tour hat schon etwas mit mir gemacht. Ich habe unglaublich viel über Kommunikation nachdenken müssen. Darübe habe ich bereits eine neue Podcastfolge auf meinem Patreon Kanal aufgenommen. Und da waren sie wieder. Auch dieses mal ging ich mit den Hunden an den Strand. Doch diesmal war es anders. Denn ich war zurück und die Hunde wieder mit mir im Gespräch. Bei der Begrüßung wurde sich nicht groß „gefreut“ oder aufgeregt. Einzig Neila hat sich ein bisschen an mich gedrückt, um gestreichelt zu werden. Koba ist für den Kram eh nicht zu begeistern und machte wie immer einfach sein Ding. Kommunikation führt eben dazu, dass man weiß, mit wem man es zu tun hat. Deswegen war das Wieder-auf-die-Hunde-treffen nichts Besonderes, sondern es war wieder normal.
Es war, wie jemanden zu treffen, mit dem man schon immer gut reden konnte und jetzt einfach weiter gut reden kann. Einfach so wie es sein soll und schön.

