Warum du liebst, was dich nicht wahrnimmt.
Hallo und herzlich willkommen.
Lass uns direkt mal in ein Thema einsteigen, dass in jeder Beratung eine Rolle spielt. Was ist eigentlich mit unseren Beziehung los?
Wie komisch unsere Beziehungen sind, zeigt sich immer wieder bei der „Liebe“ zu unseren Hunden. Wir werden durch die Gegend gezogen, bekommen Stress, wenn wir andere Hunde sehen und sind manchmal richtig verunsichert, wie wir auf das Verhalten der Hunde reagieren sollen. Und trotzdem, lieben wir sie und würden alles für sie tun. Wem das bisher noch nicht komisch vorgekommen ist, der sollte unbedingt weiter lesen.
Eine Kundin schickte mir gerade ein Video. Darin ging es darum, dass wenn wir von unseren Eltern kritisiert werden, wir unsere Eltern dann nicht weniger lieben würden, sondern uns selbst. Und trotz dieser Erfahrung würden wir immer weiter um die Liebe unserer Eltern kämpfen. Nur uns selbst lehnen wir laut dem Verfasser ab. Das würde doch so ziemlich genau auch auf unsere Beziehung zum Hund passen.
Wir fühlen uns manchma, was den Hund angeht, wirklich nicht gut und trotzdem tun wir alles für diese Beziehung. Diese Vorstellung zeigt doch ziemlich viele Parallelen mit dem, was ich gerade über unsere Eltern sagte. Es gibt sogar noch eine Gemeinsamkeit. Denn um die Beziehung zu verbessern oder zu verändern, arbeiten wir so hart an uns, dass wir kaum noch etwas anderes im Leben machen, als genau das. Ist das wirklich so oder sehen wir da etwas komplett falsch?
In der ganzen Sache gibt es einen Denkfehler. Denn erstens schauen wir uns das Problem gerade nur auf einer emotionalen Ebene an. Vielleicht wird der eine oder andere auch gedacht haben, dass das was dort oben steht, ja total Sinn ergibt. Tut es aber nicht. Denn warum soll man jemanden lieben, der einem scheinbar offenbar schadet. Welchen Grund hat das denn?
Zunächst, wird bei der Aussage des Videos nicht darüber gesprochen, was denn mit Kritik gemeint ist. Das heißt, dass ein Spielraum entsteht, in der jeder seine Gedanken für Kritik einbauen kann. Das sorgt also schon mal dafür, dass sich jeder angesprochen fühlen kann. Wenn man aber Kritik als Klarheit versteht, die auch verstanden wird, warum sollte man jetzt anfangen, sich selbst nicht mehr zu lieben? Es muss also noch einen anderen Grund geben. Und der sorgt auch dafür, dass wir solch eine Aussage unüberlegt erst einmal annehmen.
Der Grund ist Emotionalität. Denn Kritik, die wir nicht verstehen, macht uns unruhig und nervös. Und wir wollen da raus kommen. Also sucht unser System eine schnelle Lösung, um aus dem Stress zu kommen. Natürlich wäre es einfach, die Eltern nochmals zu fragen, was mit der Kritik gemeint ist. Das funktioniert aber nur, wenn die Eltern nicht selbst schon im emotionalen Loch sind. Ein Gespräch würde also gar nicht dazu führen, dass man etwas falsch interpretiert. Kommt es allerdings zu der besagten Unruhe, ist es besser sich selbst die Schuld zu geben, als permanent in der Unruhe zu stecken. Später wird das auch immer wieder eine Handlungsoption. Ist ein Problem da, dass uns beunruhigt, finden wir schnell die Lösung. Es muss an uns liegen.
Wenn wir das jetzt auf den Hund übertragen ist es doch vollkommen logisch, dass das Verhalten des Hundes für viele noch schwerer zu verstehen ist, als dasjenige der eigenen Eltern oder anderer Menschen. Die Logik bleibt aber die selbe. Es liegt nicht am Hund, es liegt an mir. Ein ganze Industrie hat sich darum aufgebaut, dass man das andere Ende der Leine trainieren muss. Aber niemand korrigiert, das andere Ende der Leine in die Ruhe. Und zwar in ein Verständnis, dass die aktuellen Handlungen des Menschen, immer noch aus einer Unruhe heraus folgen, die noch nicht gelöst worden ist. Also aus Gesprächen, die nicht geführt worden sind.
Ein klärendes Gespräch verändert so häufig einfach alles. Auch das klärende Gespräch mit unseren Hunden. Weil wir uns die Schuld geben und uns immer zurück nehmen, hat der Hund natürlich einen Freifahrtschein. Das führt häufig zu einem absoluten Gegenextrem. Während wir uns permanent zurücknehmen und klein machen, werden unsere Hunde zu Tyrannen, erlauben sich alles und rennen immer mit dem Kopf durch die Wand. Und irgendwann fühlen sie sich auch im Mittelpunkt und sich damit für alles verantwortlich, was passiert. Wobei verantwortlich das falsche Wort sein könnte. Sie fühlen sich einfach von allen angesprochen und glauben, alles was passiert, hat mit ihnen zu tun. Und genau das ist dann die Denkweise, die auch Menschen haben, die immer die Schuld bei sich selbst suchen.
Auch wenn der Hund ein Verhalten zeigt, denken sie sofort, dass sie dafür verantwortlich sind oder sein werden. Die Folge ist eine absolute Passivität, in der man sich anders Verhält, nur um keine neue Unruhe zu erzeugen. Was wir gelernt haben ist, das Beziehungen nur dafür da sind, um Unruhe und Stress zu beseitigen. Das hat unsere ganze Sicht auf Hunde und Menschen kaputt gemacht.
Willst du tiefer einsteigen, in diese Denkweise?
Dann komm zu Patreon und finde den Weg zurück zu deiner Ruhe.


Hi, this is a comment.
To get started with moderating, editing, and deleting comments, please visit the Comments screen in the dashboard.
Commenter avatars come from Gravatar.